Lastspitzen kappen: Netzkosten senken – ohne weniger zu produzieren
Viele Betriebe zahlen jedes Jahr für eine einzige Viertelstunde – die, in der zufällig alles gleichzeitig lief. Der Leistungspreis der Netzkosten richtet sich nach diesem Höchstwert. Die gute Nachricht: Man kann ihn senken, ohne die Produktion zu drosseln.
Warum eine einzige Viertelstunde so teuer ist
Bei leistungsgemessenen Betrieben besteht die Stromrechnung aus zwei Teilen: dem Arbeitspreis (je verbrauchter kWh) und dem Leistungspreis (je kW höchster Leistung). Dieser Leistungspreis bemisst sich nach der höchsten in einer Viertelstunde gemessenen Leistung – und wirkt oft für ein ganzes Abrechnungsjahr nach.
Das Tückische: Nicht die Menge, die Sie produzieren, treibt diesen Kostenblock – sondern die Gleichzeitigkeit. Laufen Kompressor, große Antriebe und ein Ofen im selben Moment an, entsteht eine Spitze, die Sie das ganze Jahr bezahlen.
Wie man Spitzen kappt (Peak Shaving)
- Lastgang verstehen: Zuerst die Viertelstundenwerte analysieren – wann entstehen die Spitzen, welche Verbraucher sind beteiligt?
- Gleichzeitigkeit entzerren: Große Verbraucher zeitlich versetzt starten, statt gleichzeitig.
- Lastmanagement/Lastabwurf: Eine Steuerung überwacht die laufende Viertelstunde und schaltet unkritische Verbraucher (z. B. Kälte, Ladevorgänge) kurz ab, bevor eine neue Spitze entsteht – automatisch und ohne Eingriff in die Produktion.
- Standby & Leerlauf eliminieren: Was nachts durchläuft, hebt auch die Grundlast.
Ehrlich gerechnet – und zwar für Österreich. Viele Ersparnis-Beispiele im Netz stammen aus dem deutschen Netzentgeltrecht und sind nicht 1:1 auf Österreich übertragbar. Hier zählen Netzebene und der Leistungspreis nach höchster Viertelstunde. Ob und wie viel Peak Shaving bei Ihnen bringt, lässt sich nur anhand Ihres konkreten Lastgangs seriös beziffern.
Batterie – ja oder nein?
Batteriespeicher können Spitzen kappen, sind aber kapitalintensiv und rechnen sich nur in bestimmten Fällen. Der erste, günstigere Hebel ist fast immer die intelligente Steuerung vorhandener Verbraucher – ohne teure Hardware. Erst wenn die Steuerung ausgereizt ist, lohnt der Blick auf Speicher.
Der richtige Einstieg
Lastspitzen-Management ist kein Selbstzweck: Es zahlt sich nur aus, wenn der Lastgang es hergibt. Deshalb steht am Anfang immer die Analyse – zusammen mit den größeren Hebeln bei Antrieben und Druckluft. So kombinieren Sie Arbeits- und Leistungspreis-Ersparnis.
Zahlen Sie für eine Viertelstunde im Jahr?
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